Armut als Prüfstein für den gesellschaftlichen Zusammenhalt
Vortrag von Autor und Soziologe Christopher Wimmer mit anschließender Diskussion. Kooperationsveranstaltung des FGZ mit der Arbeitnehmerkammer Bremen und dem Deutschen Institut für Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (DIFIS).
Im Mittelpunkt des Abends standen zwei Bücher, die Armut und Marginalisierung nicht als individuelles Scheitern, sondern als Ausdruck sozialer Verhältnisse begreifen. In „Die Marginalisierten“ und „Leben ganz unten“ untersucht Christopher Wimmer, wie Menschen in soziale Randlagen geraten und wie sich diese Lage in ihrem Alltag, in ihren sozialen Beziehungen und in ihrem politischen und kulturellen Ausschluss fortsetzt. Dadurch, dass in den Büchern Gespräche mit Betroffenen mit einer Analyse von Bürgergeld, Sozialkürzungen, Wohnungsnot, prekärer Arbeit und den Folgen von Vereinzelung verschränkt werden, bieten sie sowohl soziologische Analyse als auch lebensweltliche Einblicke in das „Leben ganz unten“. Dabei sind Armut und Marginalisierung keine Randthemen, sondern Prüfsteine für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der Abend wurde daher auch dazu genutzt, um über Solidarität und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu diskutieren. Gerade dort, wo Menschen aus Teilhabe herausfallen, zeigt sich, wie belastbar oder lückenhaft der gesellschaftliche Zusammenhalt tatsächlich ist. Es moderierte Thomas Schwarzer von der Arbeitnehmerkammer Bremen.
Allen Mitwirkenden sei herzlich für den informativen und gelungenen Abend gedankt!
